Unsere Arbeit - Farben messen
Das Thema der Farbmessung ist so umfangreich, dass ich diesem hier einen gesonderten Beitrag widme.
Nicht ohne einen gewissen Stolz können wir uns zu den absoluten Profis und „alten Hasen“ der Farbmesstechnik zählen. Nutzen wir ein solches Equipment doch schon seit 1995. Zeitweilig waren sogar die Geräte zweier Lackfirmen in Gebrauch. Wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse sammelten wir im Laufe der Jahre. Vor allem die Anfangszeit, als wir sehr engagiert mit eigen erstellten Farbton-Datenbänken zu gange waren, rückte uns mehr und mehr in den Interessensfokus der Hardware-Konstrukteure und Programmierer im In- und Ausland. Forschungs- und Entwicklungsexperten aus den U.S.A., Niederlanden und dem Sikkens-Sitz in Deutschland, Stuttgart, durften wir in unserem Betrieb zum Ideen- und Erfahrungsaustausch begrüßen. Über die Firma ColorProfi pflegten wir den engen Kontakt zum Development- und Programming Department von DuPont (ab 2013 Axalta).... Für den Laien stellt sich jedoch die Frage:
Wozu ist eine Farbtonmessung notwendig? |
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![]() 2oo6 - Im Interview für die Zeitschrift Lackierprofi: Herr Hartke (rechts) der Fa. ColorProfi im Gespräch mit Jürgen Gäbel |
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Identifikation Farbtonanpassung Kreation neuer, aber auch längst vergessener Mischrezepturen Entscheidend greift hier die Farbtonmessung. Die anschließende computergestützte Rezepturberechnung orientiert sich am gemessenen Original und passt den aus einer riesigen Datenbank ermittelten Farbton an den gemessenen Wert des Originales an. Das ist eine große Hilfe und bringt oftmals ganz erhebliche Verbesserungen im Vergleich zu den Standardfarbtönen. |
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Wie funktioniert eine Farbtonmessung? |
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Das Farbtonmessgerät, auch Colorchecker oder Photospektrometer genannt, misst einen Farbton durch Aussendung von mehreren Lichtblitzen aus verschiedenen Winkeln. Das ist wichtig, um auch bei Effekt-Tönen die durchaus anders erscheinenden Schrägsichten zu berücksichtigen. Um Fehlmessungen auszuschließen, muss dieser Vorgang, abhängig vom verwendeten Gerät, 3- bis 4-mal wiederholt werden. Ist die Messprozedur beendet, werden die im Checker gespeicherten Werte an einen PC übertragen und dort unter Nutzung einer ebenfalls mit Messwerten versehenen Farbdatenbank verglichen. Der im entsprechend vorgegebenen Fahrzeugtypbereich am besten passende Farbton wird ermittelt und aufgezeigt. Ein graphische UND wertebasierte Anzeige zeigt, wie nah die gefundene Farbe am gemessenen Original liegt. Diese Werte sind theoretisch und nicht unbedingt zu 100 % verlässlich, erleichtern aber die Entscheidung, ob man die errechnete Farbe wählt oder "frei" suchen lässt. In letzterem Fall wird dann die gesamte zur Verfügung stehende Datenbank durchkämmt, um einen Farbton mit noch besseren Ergebnissen zu erhalten. Bei der Ausgabe der Rezeptformel wird der ermittelte Farbton schon das erste Mal dem am Fahrzeug gemessenen Wert angepasst, d.h. verbessert. Da viele Kriterien das Ergebnis beeinflussen können, empfiehlt es sich, ein Probeblech zu spritzen. Solche Influenzen können sein: der Zustand der gemessenen Originalvorlage, die Applikationsweise des Spritzlackierers, die Produktionscharge der gerade zum Einsatz kommenden Mischfarben und nicht zuletzt eine mit einem anderen als unserem Farbtonmessgerät eingemessene Datenbank des Lackherstellers. Mit Automatchic der Firma Sikkens ist es dann sogar möglich, eine Korrekturmessung und -rechnung vorzunehmen. Im Regelfall erhält man einen zum Standard verbesserten Farbton. |
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Persönliches Fazit |
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Der alte Lackiererspruch |
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Farbtonmessgeräte sollten Standard |
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Für Lackhersteller ist die Herstellung von visuell vergleichbaren Farbtondokumentationen immens teuer. Und dann noch nicht mal verlässlich genau! Farbkarten wurden gedruckt, gerakelt und selten gespritzt, mit extra eigens angefertigten Materialien, die wir so gar nicht zur Verfügung haben und gebrauchen können. Seit Jahren schon sind sie fast vom Markt verschwunden oder werden gar nicht mehr weiter gepflegt. |
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Die Beilackierung im reparierten oder |
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wird also nach wie vor der Garant für eine unter allen Lichtverhältnissen unsichtbare Reparatur bleiben, auch wenn Ihnen UND uns so manche Gutachter und (Un)-Sachverständige das Gegenteil behaupten (gesonderter Beitrag). |
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Juli 2o13 - ChromaVision® Pro |
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12-05-2017 ChromaVision® Pro Mini |
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Seit Ende 2017 arbeiten wir nun mit diesem Novum der Farbmesstechnik. Erleichterung bei der Selektion der richtigen Effect-Coarseness, angenehmeres Handling. Wesentliche Verbesserung bei den Ergebnissen gemessener dunkler Farbtöne konnten wir bislang so nicht bestätigen. Bei Misserfolgen könnte auch diese Weisheit zum Tragen kommen: „Was das Pigment nicht hergibt, kann auch die ausgefeilteste Farbmesstechnik nicht besser rechnen!“ Ein weiterer Aspekt, der die Farbmesstechnik an sich in Frage stellen könnte, kristallisiert sich mehr und mehr heraus: Begründet auf knallharte Materialeinsparung ausgerichtete Lackierprozesse in Fahrzeugherstellerwerken werden die Beschichtungen dünner/sparsamer. Mit anderen Worten: Von Zeit zu Zeit erleben wir Autolackierungen, die nicht mehr in voller Deckkraft appliziert wurden - der Untergrund scheint durch. Ein ernsthaftes Problem für Farbmessgeräte, deren Rechenalgorithmus versucht, daraus einen deckenden Farbton zu rechnen, der aber in Realität ganz anders aussehen kann.
Analog zur sukzessiven Markteinführung lief bei uns im November 2017 die Umstellung auf das Farbmischprogramm ChromaWeb, eine Online-Performance, welches die bewährte Offline-Variante ColorNet ablösen soll. Nun mit dem nun möglichen Zugriff auf die immer brandaktuellste, von europa- auf weltweite Mischformeln erweiterte Database. Nachteil: Nix Internet - nix Farbemischen.... |
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Der aktuelle Stand der Gegenwart Die fortschreitende technische Entwicklung der Messgeräte und Verbesserung der Berechnungsalgorithmen ermöglicht es heute, dass alle Lackieraufträge am Objekt gemessen, Mischformeln berechnet, automatisch justiert werden und stets wenigstens ein Kontrollmuster gespritzt werden. Und das immer unter Berücksichtigung der Tatsache, dass alle Reparaturlackrezepturen der Welt mit einem wirtschaftlich durchaus beabsichtigten, eingeschränkten Repertoire an Mischtonern von den Lackherstellern ausgearbeitet und dem Lackierer zur Verfügung gestellt werden. In Einbeziehung aller Faktoren wissen dann unsere langjährigen Lackierexperten, ob und wo ins benachbarte, angrenzende Teil einlackiert werden muss, was man mit Beilackieren bezeichnet. Um eine unsichbare Reparatur zu erreichen, ist das allerdings immer noch zu 99 % der Fall, auch wenn es ControlExpert und Versicherung anders sehen. Aber die sind ja auch keine praxisnahen Fachexperten.... |
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- Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 15. Oktober 2026 14:55
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![Die Herren Gäbel und Hartke [Fa. ColorProfi] (v.l.n.r.) im Gespräch - Messrs. Gaebel and Hartke in conversation Gäbel/Hartke Lackierprofi](/images/OWN/02-OurWork/Farbmessung/colorprofi%20interview%202007%20chromavision%20plus%20titelseite.png)







